Makiguchi

Hier finden Sie Informationen zu Makiguchis Leben und Werk.

(Makiguchi um 1900)

Tsunesaburo Makiguchi schlug, wie sein "amerikanischer Gegenpart John Dewey" (Bethel), in den ersten drei Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts alternative und für sein Land revolutionäre demokratische Erziehungskonzepte vor. Diese wendeten sich gegen die Tendenzen einer damals in Japan herrschenden, staatstragenden "idealistischen Pädagogik", häufig obrigkeitsstaatlich-deutscher Provenienz. Ihm standen die Gefahren einer erfahrungsarmen, autoritären und an Herrschaftszielen orientierten Erziehungskultur für die Entwicklung der gesamten japanische Gesellschaft deutlich vor Augen, und er versuchte, diesen Gefahren zeitlebens gegenzusteuern. Makiguchi bewahrte sich seine pazifistisch-progressiven Überzeugungen auch in Zeiten größter politischer Oppression und starb 1944 als erklärter Gegner des japanischen Militarismus in Einzelhaft.

Makiguchi kann heute als der japanische Reformpädagoge mit der größten gesellschaftlichen Nachwirkung gelten. Seine Soka Philosophie bildet die Grundlage nicht nur für das japanische, sondern für ein weltweit im Aufbau befindliches Soka-Bildungssystem, das Kindergärten, Grundschulen, weiterführende Schulen und Universitäten umfasst. Ein Leuchtturm dieses Bildungssystems ist die 1971, in Makiguchis 100. Geburtsjahr, begründete Soka Universität in Japan. Sie ist heute eine der renommiertesten Privatuniversitäten des Landes.

2001 nahm die amerikanische Soka Universität in Aliso Viejo / Kalifornien ihren Lehrbetrieb auf. Auch sie gilt inzwischen als eines der führenden Liberal Arts Colleges in den USA.